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Das Ziehen an der Leine will einfach nicht aufhören und du hast schon alles versucht? 😥 Keine Sorge, du bist nicht allein! Viele Hundehalter kennen dieses Problem. Aber mit den richtigen Tipps und etwas Geduld kannst du deinem Hund beibringen, entspannt an der Leine zu laufen.
Warum zieht mein Hund überhaupt an der Leine?
Fast jeder Hundebesitzer kennt es: Der Hund zieht an der Leine, zerrt nach vorne und macht den gemeinsamen Spaziergang zu einer echten Herausforderung. Ziehen an der Leine ist eines der häufigsten Probleme in der Hundeerziehung und kann sowohl für den Hund als auch für den Halter frustrierend sein. Doch bevor du mit dem Training beginnst, solltest du erst einmal verstehen, warum dein Hund überhaupt an der Leine zieht. Denn die Ursachen dafür sind oft vielschichtig und individuell verschieden. Hier sind die häufigsten Gründe, die das Ziehen an der Leine erklären können:
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1. Natürliches Erkundungsverhalten:
Hunde sind neugierige Wesen mit einem stark ausgeprägten Geruchssinn. Sie nehmen ihre Umwelt vor allem über die Nase wahr und wollen alles erkunden. Neue Gerüche, interessante Geräusche und visuelle Reize verleiten sie dazu, sich schnell fortzubewegen und stehenzubleiben, wann immer sie etwas Spannendes entdecken. Die Leine setzt dem natürlichen Erkundungsverhalten eine physische Grenze, die dein Hund nicht gewohnt ist. Besonders bei jungen Hunden und Hunden mit hoher Energie kann dieser Entdeckungsdrang dazu führen, dass sie unbewusst an der Leine ziehen. Wenn der Hund an der Leine gestoppt wird, kann er frustriert reagieren und noch stärker ziehen, um sich fortzubewegen.
💡 Tipp: Gib deinem Hund die Möglichkeit, seine Umgebung zu erkunden, indem du ihm zwischendurch bewusst Schnüffelpausen gewährst.
2. Instinktives Vorwärtsgehen:
Hunde sind von Natur aus Lauftiere. In freier Wildbahn oder ohne Leine bewegen sie sich oft in einem gleichmäßigen Tempo vorwärts. Die Leine ist für sie eine ungewohnte Einschränkung, die ihrem natürlichen Bewegungsdrang entgegensteht. Wenn die Leine straff wird, entsteht ein Widerstand, auf den der Hund instinktiv mit Gegenziehen reagiert. Dieses Verhalten basiert auf einem Reflex, der als Oppositionsreflex bekannt ist: Wenn ein Hund einen Widerstand spürt, drückt er automatisch dagegen.
💡 Tipp: Nutze ein gezieltes Leinenführigkeitstraining, um deinem Hund beizubringen, sich auf dein Tempo einzulassen, anstatt gegen den Widerstand zu arbeiten.
3. Konditionierung:
Hunde lernen durch Erfahrung. Wenn dein Hund in der Vergangenheit Erfolg damit hatte, durch Ziehen dorthin zu gelangen, wo er hinwollte, hat er dieses Verhalten positiv verknüpft. Wenn dein Hund durch Ziehen an der Leine zu einem anderen Hund, einem Baum oder einem Geruch gelangen konnte, wurde dieses Verhalten belohnt. Diese unbewusste Konditionierung führt dazu, dass er es immer wieder versucht, weil es für ihn funktioniert hat. Besonders hartnäckig hält sich dieses Verhalten, wenn es sich über Wochen oder Monate gefestigt hat.
💡 Tipp: Belohne deinen Hund für ruhiges Gehen an lockerer Leine, anstatt ihn für Ziehen unbewusst zu bestätigen.
4. Unsicherheit und Angst:
Nicht jeder Hund zieht, weil er einfach nur vorwärts will – manche Hunde ziehen an der Leine, weil sie sich in bestimmten Situationen unsicher oder ängstlich fühlen. Dieses Verhalten kann sich folgendermaßen äußern:
Dein Hund versucht durch Ziehen Distanz zu einem angstauslösenden Reiz zu schaffen. Manche Hunde möchten schneller an einer unangenehmen Situation vorbeikommen und ziehen deshalb in Richtung „Flucht“. Andere Hunde ziehen in Richtung ihres Besitzers, weil sie Schutz suchen oder sich unsicher fühlen.
💡 Tipp: Beobachte genau, in welchen Situationen dein Hund zieht. Wenn Unsicherheit oder Angst der Auslöser ist, arbeite mit positiver Bestärkung und gib ihm genügend Raum, um sich sicher zu fühlen.
5. Überforderung:
In hektischen Umgebungen mit vielen Menschen, Hunden, lauten Geräuschen oder anderen Ablenkungen kann dein Hund überfordert sein. Er zieht an der Leine, weil er aus der Situation heraus oder schneller durch sie hindurch will. Besonders junge Hunde und unsichere Hunde reagieren empfindlich auf Reizüberflutung. Das Ziehen an der Leine kann ein Zeichen von Stress oder Überforderung sein. Dein Hund kann in solchen Momenten nicht mehr richtig zuhören oder sich auf deine Signale konzentrieren.
💡 Tipp: Trainiere deinen Hund in ruhigen Umgebungen, bevor du ihn mit zu vielen Reizen konfrontierst. Kurze, positive Trainingseinheiten helfen ihm, sich besser zu fokussieren.
6. Mangelnde Impulskontrolle:
Besonders junge oder temperamentvolle Hunde haben oft Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren. Sie reagieren spontan auf Reize und ziehen an der Leine, ohne darüber nachzudenken. Ein vorbeifahrendes Fahrrad, ein rennendes Eichhörnchen oder ein spannender Geruch kann den Hund plötzlich aus der Konzentration reißen. Diese Hunde sind oft leicht ablenkbar und reagieren impulsiv auf Umweltreize. Die Impulskontrolle ist ein wichtiger Bestandteil der Leinenführigkeit und muss gezielt trainiert werden.
💡 Tipp: Übe mit deinem Hund gezielte Impulskontrollübungen, z. B. durch das Kommando „Sitz“ oder „Warte“, bevor ihr weitergeht. Belohne ihn für ruhiges Verhalten.
>>>Hier erfährst du mehr zum Thema Impulskontrolle <<<
7. Fehler in der Erziehung:
Wenn du deinem Hund nicht von Beginn an beigebracht hast, an lockerer Leine zu laufen, ist es wahrscheinlicher, dass er später Probleme mit dem Leinenziehen hat.
>>>Häufige Fehler an der Leine bei Welpen vermeiden<<<
5 Tipps für eine lockere Leine
Dein Hund zieht an der Leine? Keine Sorge, mit Geduld und den richtigen Trainingsmethoden kannst du ihm beibringen, entspannt an lockerer Leine zu laufen. Hier sind 5 Tipps, die dir dabei helfen:
1. Die richtige Ausrüstung:
Halsband oder Geschirr? Für das Training der Leinenführigkeit ist ein gut sitzendes Geschirr die bessere Wahl. Ein Halsband kann den Hund beim Ziehen würgen und ihm Schmerzen zufügen. Achte darauf, dass das Geschirr die Bewegungsfreiheit deines Hundes nicht einschränkt und nicht scheuert. Nutze am besten ein Geschirr mit verschiedenen Führpunkten (Brust- und Rückenbereich).
Leinenlänge: Eine verstellbare Leine von ca. 2 Metern Länge ist ideal für das Training. So hat dein Hund genügend Freiraum, um sich zu bewegen, aber du behältst die Kontrolle. Vermeide zu lange Leinen, da sie das Ziehen verstärken können, da du deinen Hund so weniger unter „Kontrolle“ hast.
Material: Wähle eine Leine aus einem angenehmen Material, das gut in der Hand liegt.
2. Klare Führung:
Bestimmtes Auftreten: Gehe selbstbewusst und zielstrebig vorwärts. Dein Hund sollte merken, dass du die Führung übernimmst.
Blickrichtung: Richte deinen Blick nach vorne und nicht auf deinen Hund. So signalizierst du ihm, dass du den Weg bestimmst.
Tempo: Gehe in einem Tempo, das für deinen Hund angenehm ist.
3. Belohnung für lockere Leine:
Positive Verstärkung: Lobe deinen Hund, sobald die Leine locker ist. So verbindest du das Laufen an lockerer Leine mit etwas Positivem.
Timing: Die Belohnung muss sofort erfolgen, damit dein Hund den Zusammenhang versteht (max. 2 Sekunden).
Variiere die Belohnung: Wechsle zwischen Leckerlis, Lob und Spiel, um die Motivation deines Hundes hochzuhalten. Achte dabei auch auf die individuellen Bedürfnisse deines Hundes.
4. Konsequenz:
Dein Hund muss lernen, dass er mit dem Ziehen an der Leine keinen Erfolg hat. Die Wahl der Konsequenz hängt vom Charakter deines Hundes ab. Mögliche Konsequenzen können sein:
Warten: Gehe erst weiter, wenn die Leine wieder locker ist. Warte auch mal einen Blick deines Hundes in deine Richtung ab. Nur so lernt er, dass ihr gemeinsam spazieren geht und nicht jeder für sich.
Richtungswechsel: Ändere die Richtung, wenn dein Hund zieht. So lernt er, dass Ziehen nicht zum Ziel führt. Ziehe dabei aber deinen Hund nicht in die andere Richtung, sondern weise ihm körpersprachlich den Weg. Das schaffst du, indem du seinen Weg kreuzt und an ihm vorbei in die andere Richtung läufst.
Stoppen: Zieht dein Hund stark nach vorn, stoppe ihn mit der flachen Hand an seiner Brust in seinem Vorwärtsgang. Lobe ihn, wenn er innehält und den Kontakt zu dir aufnimmt.
5. Geduld:
Realistische Erwartungen: Leinenführigkeit ist ein Lernprozess, der Zeit und Geduld erfordert. Insbesondere wir Menschen neigen dazu, schnell ungeduldig zu werden und sofortige Ergebnisse zu erwarten.
Regelmäßiges Training: Übe regelmäßig mit deinem Hund, am besten mehrmals täglich in kurzen Einheiten.
Positive Einstellung: Bleibe geduldig und positiv, auch wenn es mal nicht so klappt wie geplant.
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Zusätzliche Tipps
Neben den grundlegenden Tipps gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Leinenführigkeit deines Hundes zu verbessern und eure Spaziergänge entspannter zu gestalten.
1. Abwechslung:
Gestalte eure Spaziergänge abwechslungsreich und spannend, damit dein Hund gar nicht erst auf die Idee kommt, an der Leine zu ziehen. Beispiele:
Unterschiedliche Untergründe: Lasst eure Pfoten über Wiesen, Waldwege, Asphalt und Sand laufen.
Tempowechsel: Variiere dein Gehtempo. Geht mal schneller, mal langsamer, macht kurze Sprints oder kurze Pausen zum Schnüffeln.
Hindernisse einbauen: Lasst euren Hund über Baumstämme balancieren, durch Tunnel laufen oder über kleine Mauern springen.
2. Alternativen zum Ziehen:
Dein Hund zieht an der Leine, weil er Energie loswerden will? Biete ihm alternative Möglichkeiten, seine Bedürfnisse auszuleben.
Spiele: Spielt gemeinsam Suchspiele, Apportierspiele oder Zerrspiele.
Nasenarbeit: Verstecke Leckerlis im Gras oder lasse ihn an einer Schleppleine Fährten suchen.
Hundesport: Agility, Obedience oder Mantrailing sind tolle Möglichkeiten, deinen Hund körperlich und geistig auszulasten.
Kontakt zu Artgenossen: Organisiere kontrollierte Spieleinheiten mit befreundeten Hunden.
3. Training in kleinen Schritten:
Überfordere deinen Hund nicht. Beginne das Training an einem ruhigen Ort ohne Ablenkung und steigere die Schwierigkeit allmählich.
Ruhige Umgebung: Wähle für die ersten Trainingseinheiten einen ruhigen Ort mit wenigen Ablenkungen, z.B. einen Park oder Waldweg.
Ablenkungen langsam steigern: Wenn dein Hund an locker Leine laufen kann, führe ihn allmählich an größere Ablenkungen heran, z.B. andere Hunde, Jogger oder Radfahrer.
Körpersprache beachten: Achte auf die Körpersprache deines Hundes. Zeigt er Anzeichen von Stress oder Angst, reduziere die Ablenkungen und verkürze ggf. die Gassirunden.
4. Professionelle Hilfe:
Wenn du alleine nicht weiterkommst, scheue dich nicht, dir professionelle Hilfe von einem Hundetrainer zu holen.
Fazit
Leinenziehen ist ein weitverbreitetes Problem, aber mit Geduld, Konsequenz und den richtigen Trainingsmethoden kannst du deinem Hund beibringen, entspannt an lockerer Leine zu laufen. Lass dich von kleinen Rückschritten nicht entmutigen und denke immer daran: Dein Hund möchte dich nicht ärgern, er hat es einfach nicht anders gelernt.
Disclaimer:
Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Die in diesem Artikel verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.